Zur Auftaktveranstaltung unseres Nachfolgeprojektes von MAIZ, das von Oktober 2018 bis Ende 2019 unter dem Titel ‚Grenzen unseres gängigen Agrarsytems und Initiativen für eine zukunftsorientierte Landwirtschaft‘ läuft, präsentierten wir mit der Ausstellung AGROindustrie schwarz/weiß Themen, die zeigen, wie die industrialisierte Landwirtschaft – geprägt durch Massentierhaltung, Einsatz von Pestiziden, Vormachtstellung von Konzernen etc. an ihre Grenzen stößt und welche Probleme damit verbunden sind. Zugleich wurden in der dokumentarischen Ausstellung zivilgesellschaftliche Reaktionen und Forderungen, sowie mit der Vorstellung des traditionellen Agrarraums der Milpa in Mexiko, kleinbäuerliche Ansätze für eine sozial und ökologische nachhaltige Landwirtschaft porträtiert.

Mit der Vorstellung lokaler Organisationen und Initiativen aus der Region, sowie einer Kooperative aus Mexiko konnten Hintergrundinformationen gewonnen, konkrete und gelebte Beispiele kennengelernt und somit Impulse für eigenes Engagement gegeben werden. Ein weiterer Anlass des Abends war es, sich mit den lokalen Gruppen und Organisationen auszutauschen, gemeinsame Überschneidungspunkte zu finden, sich miteinander zu vernetzen und sich bei weiteren Aktivitäten gegenseitig zu unterstützen. Insgesamt nahmen an dem Abend rund 45 Personen teil.

Die Veranstaltung wurde organisiert von treemedia e.V. und fand in Kooperation mit den Projekten Nachhaltigkeit + Menschenrechte umsetzen, lokal-global! und Menschenrechte Mexiko des Allerweltshaus Köln e.V. statt.

Zu Beginn stellte sich das Team von MAIZ vor. Es folgte eine Einführung über das Projekt und Hintergrundinformationen zu dem europaweiten Aktionstag GOOD FOOD GOOD FARMING, bei dem in ganz Europa Landwirt*innen, Verbraucher*innen und Aktivist*innen zusammen kamen, um eine grundlegende Veränderung unserer Ernährung und Landwirtschaft sowie nachhaltige Agrarpolitiken, wie auch eine bessere Gesellschaft mit dem Zugang von hochwertigen Lebensmitteln für alle fordern. Der Aktionstag wurde von einer Koalition aus Organisationen und zivilgesellschaftlichen Gruppen in rund 20 europäischen Ländern organisiert.

Im Anschluss erzählte Jaime Rodríguez vom kollektiv tonalli über die Hintergründe der Ausstellung: Anfang 2018 gingen bei der ‚wir haben es satt‘- Kampagne mehr als 30.000 Menschen auf die Straße, um eine ökologisch und sozial nachhaltige Politik und eine Neuausrichtung der Landwirtschaft zu fordern. Auch im Zuge der Fusion zwischen dem Chemiekonzern Bayer mit dem Agrarriesen Monsanto gab es zahlreichen Widerstand. Mit der Ausstellung AGROIndustrie schwarz/weiß portraitiert der in Köln lebende mexikanische Künstler diese auf dokumentarischkünstlerischer Art und Weise. Eine Form, sozio-politische Themen auf eine künstlerische Art und Weise aufzuarbeiten, zu abstrahieren und somit sowohl Inhalte zu vermitteln, zu intervenieren und auch emotionale Anstöße zu den aufgearbeiteten Themen zu liefern.

Mit einem Input von Santiago Penedo, Referent des Programms Bildung trifft Entwicklung des Eine Welt Netz NRW. wurden die Themen Ernährungssouveränität und Saatgutvielfalt dargestellt. In dem interaktiv gestalteten Workshop wurden die Besucher*innen ermutigt, ihren eigenen Kenntnisstand zu hinterfragen und Anreize für eine anschließende Diskussion zu bekommen. Gelebte Erfahrungen aus Mexiko brachten uns Mitglieder der Kooperative Tesopan näher. Die Kooperative existiert seit gut 40 Jahren und ist Paradebeispiel für eine agrarökologische Wende im Hochland von Puebla.

Mit der Cooordination gegen Bayergefahren, FIAN und The Good Food stellten lokal und regional agierende Initiativen, die zu den Themen Konzernmacht und Recht auf Nahrung agieren und einen Beitrag für eine Agrarwende leisten, ihre Arbeit und die Möglichkeit, sich zu engagieren, vor.

Mit Töpfen und Kochlöffeln bewaffnet wurde im Anschluss ein Solidaritätsfoto für die Good Food Good Farming Kampagne gemacht.

Danach gingen wir zum kulturellen und kulinarischen Teil des Abends über. Maite Crúz bot mit veganen und vegetarischen Optionen traditionelles Essen aus ihrer Heimatregion Oaxaca an und Philipp von The Good Food Suppe aus Biogemüse, das zwar nicht der Supermarktnorm entspricht, aber dennoch ökologisch hochwertig und regional nachhaltig ist.

Im Anschluss lieferten Porfirio Almazán und das Duo Riosentí mit La Cocinera und einer Interpretation des Liedes Maiz musikalische Beiträge zum Thema des Abends.

Die Ausstellung AGROindustrie schwarz/weiß kann ist noch bis einschließlich 15.November 2018
im Allerweltshaus Köln gesehen werden.

WEITERE INFORMATIONEN
www.allerweltshaus.de

www.treemedia.org

www.goodfoodgoodfarming.eu
www.the-good-food.de

www.tosepan.com
www. fian.de

www.cbgnetwork.org

Pressekontakt: maiz@treemedia.org

treemedia 2018